Jeff Jarvis wirbt für Transparenz auf den mailingtagen

Jeff Jarvis, US-Amerikaner, Blogger, Hochschulprofessor, Journalist und Autor ist sicherlich einer der bekanntesten Blogger den es gibt.

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Fordert mehr Transparenz: Jeff Jarvis während der Pressekonferenz der mailingtage in Nürnberg.
Foto:Bertold Brackemeier

Heute war er als Gast bei der mailingtage Pressekonferenz – extra aus Amerika eingeflogen. Jarvis hat eine klare Meinung zur Daten-Transparenz, modernen Kommunikation und deren Möglichkeiten:

„Das Internet verändert unser Leben grundlegend. Vor dieser neuen Transparenz müssen wir keine Angst haben. Wir sollten uns auf die neuen Möglichkeiten konzentrieren, die uns das Internet bietet, und diese beim Schopf packen. (…) Früher war es wenigen ausgewählten Persönlichkeiten vorbehalten, in der Öffentlichkeit zu stehen. Heute ist jeder öffentlich. Dank des Internets kann sich jeder ein Publikum suchen, es finden, zu ihm sprechen und wird gehört.“

Jarvis wies während der Pressekonferenz darauf hin, dass das Thema Datenschutz weltweit unterschiedlich gehandelt und gesehen wird. Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Daten (-schutz) bspw. zwischen den USA und Deutschland/Europa spielen hier eine Rolle, so sei doch Deutschland bekannt für strengen Datenschutz..

Aber hier vollzieht sich, vom Internet getrieben, ein Wandel. Die Jugend, so betont Jarvis, geht heute schon ganz anders mit ihren Daten um. Sie stellen sie bereitwilliger im Internet zur Verfügung. Dennoch meint Jarvis, gibt es eine Notwendigkeit, dass Daten, die sicher sein sollen, auch sicher bleiben müssen. Sehe ich auch so!

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Exklusiv in Nürberg: Jeff Jarvis kam auf Einladung der NürnbergMesse eigens für die mailingtage nach Europa. Neben der Pressekonferenz hält er auch zwei Vortäge zum Thema: „Dare to be Open“. (v.l.n.r.: Anne Dallmeyer, Manager PR, NürnbergMesse, Claus Rättich, Mitglied Geschäftsleitung NürnbergMesse, Jeff Jarvis)
Foto: Bertold Brackemeier

So wie ich ihn verstanden habe, unterscheidet er zwischen öffentlich und privat.

Dies ist meines Erachtens ein wesentlicher Aspekt, den man sich bei aller Kommunikation überlegen sollte. Ich sage ja auch im wahren Leben nicht allen, alles.

Nun ja, ich halte IT-Sicherheits-Seminare u.a für die Hanns Seidel Stiftung, war für die PR der it-sa, Die IT-Security Messe,  verantwortlich und stehe somit seinen Thesen, sagen wir mal, interessiert gegenüber. Risiken und Chancen der von Jarvis geforderten Transparenz im Netz, sollte jeder für sich genau abwägen. Sich zu verschließen, macht heute keinen Sinn mehr. Jeder sollte jedoch entscheiden können, was er wann, über sich und sein Unternehmen Preis gibt und vor allem wie. Wenn wir mir Sinn und Verstand handeln, könnte es klappen, auch mit einer gewissen Transparenz, wie Jarvis das versteht. Angst ist dabei immer ein schlechter Berater. Blindes Vertrauen aber ebenso.

Ich finde seinen Ansatz spannend, bin mir aber unter dem Strich noch nicht sicher, wie weit ich seinem Wunsch nach Offenheit und Transparenz teilen möchte. Wenig hilfreich und eher kontarproduktiv für eine freiwillige Transparenz im Internet sind PRISM oder andere Spähprogramme, die einem das Internet und seine Möglichkeiten verderben.

In jedem Fall sehenswert sind die mailingtage und der Vortrag von Jeff Jarvis
„Dare to be Open“
. Jeff Jarvis wirbt auf den mailingtagen 2013 für mehr Offenheit und Transparenz im Umgang mit Daten. Wer an diesem Donnerstag in Nürnberg ist, kann sich auf den mailingtagen noch den Vortag von Jeff Jarvis ansehen und hören: Donnerstag, 20.06.2013, 11:00 – 12:00 – es lohnt sich!

Einen kleinen Eindruck von Jeff Jarvis gibt es hier im Kurz-Interview während der Messe:

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